Orofaziale Regulationstherapie nach CASTILLO MORALESDie Orofaziale Regulationstherapie (ORT) nach Castillo Morales ist für Patienten mit sensomotorischen Störungen im Bereich des Gesichts, Mundes und Rachens geeignet und sinnvoll.
Besonders für die Behandlung von Saug-, Kau-, Schluck- und Sprechstörungen.
Ziele der Behandlung:- Wiederherstellung des Gleichgewichtes zwischen den Komponenten des orofazialen Komplex untereinander und dem übrigen Organsystem des Körpers
- Wiederherstellung und Beeinflussung der physiologischen Abläufe beim Saugen, Kauen und Schlucken
Die Orofaziale Regulationstherapie wird in meiner Praxis immer in Verbindung mit den Therapieansätzen der Mund-, Ess- und Trinktherapie / Schlucktherapie im Säuglings- und Kindesalter kombiniert und durchgeführt.
Somit erhalten die Patienten eine sehr umfangreiche und wirksame Therapieform.
Die Ursachen, Symptome und Ziele der Orofazialen Regulationstherapie sind an den meisten Stellen mit denen der Mund-, Ess- und Trinktherapie / Schlucktherapie im Säuglings- und Kindesalter identisch (siehe detaillierte Informationen bei der Mund-, Ess und Trinktherapie / Schlucktherapie im Säuglingsalter).
Mund-, Ess- und Trinktherapie / Schlucktherapie im Säuglings- und KindesalterDiese Therapieform findet ihr Einsatzgebiet in den nachfolgend aufgeführten Ursachen von Orofazialstörungen, wie: - Cerebralparesen
- Reifungsverzögerungen
- Lange Sondierungszeit
- verschiedenste Syndrome
- psychogene Ursachen
- postnatale Schäden
- Frühgeburten
- angeborenen organische Ursachen
- appetithemmende Medikamente
- Sensibilitätsstörungen
- und weitere
Die Symptome der oben genannten Oroafzialstörungen äußern sich in den folgenden Schwächen:- Saugschwäche/ -störung
- Schluckschwäche/ -störung
- Trinkschwäche/ -störung
- Kauschwäche/ -störung
- Hypo-/Hypertonie der Gesichtsmuskulatur
- Hypo-/Hypersensibilität
- Salivation
- Zungenfehlfunktionen
- Fehlende oder pathologisch gesteigerte Mundreflexe
- und weitere
Ziele der Mund-, Ess- und Trinktherapie sind:- Sensibilisierung/Desensibilisierung
- Normalisierung des Tonus
- Hemmung/Bahnung der Mundreflexe
- Mundschluss/Abbau der Salivation
- Gewöhnung an orale Nahrungsausnahme
- Sondenentwöhnung
- Selbständiges Essen
- Gewöhnung an Nahrung verschiedener Konsistenz, Temperatur oder Geschmacks
- Hilfen zum Saugen, Kauen, Trinken, Schlucken
- Vermittlung neuer Lernerfahrungen
- Verhütung/Verminderung von Sprachentwicklungsstörungen
- Hilfen für die Mutter-Kind-Beziehung
- und weitere
Abschließend möchte ich Ihnen zu diesen zwei genannten Therapieformen die Wichtigkeit der Beziehung zwischen Essen und Sprechen verdeutlichen.Die zwei Systeme von Essen und Sprechen stehen in kausaler Beziehung zueinander oder sind mindestens eng miteinander verbunden.
Bis heute gibt es keine klinisch Ergebnisse für den genauen Zusammenhang, aber der Erfolg der Therapie spricht eindeutig für sich.
Die Bewegungsabläufe für die Sprachproduktion und die Bewegungen im Rahmen des Essens entwickeln sich parallel.
Es bestehen viele Ähnlichkeiten zwischen den genannten Bewegungen, die Säuglinge schon beim Saugen, Kauen und Schlucken erleben und denen, die einige Zeit später mit Lauten kombiniert werden.
In der Entwicklung des Säuglings werden gewöhnlich nur die Bewegungen die bereits beim Essen aufgetreten sind im Lautspiel verfeinert.
Diese Ähnlichkeiten beweisen allerdings nicht, dass das Essen eine zwingende Voraussetzung zum Sprechen ist, denn auch Sondenkinder oder Kinder mit Störungen in der ösophagealen und pharyngealen Phase Kontrolle entwickeln Sprache.
Trotzdem ist bei länger andauernden Störungen im Bereich des Saugen, Kauens und Schluckens ratsam eine logopädische Therapie aufzunehmen, um eventuelle sprachliche Beeinträchtigungen zu vermeiden.