Tiergestützte Therapie

Tiergestützte Therapie

In der Tiergestützten Therapie arbeitet die ausgebildete Therapiehündin Zuleika mit. Die Hündin ist als „therapeutisches Medium“ besonders geeignet, da sie sehr einfühlsam und anpassungsfähig ist. Sie sucht Kontakt zu dem Patienten, kann durch Mimik und Körpersprache kommunizieren, geniesst gemeinsame Aktivitäten mit den Menschen und fordert zur Kontaktaufnahme und Kommunikation auf.

Ein typisches Beispiel für die therapiehundgestützte Logopädie ist das Kind Julia (2,4 Jahre). Julia verfügte bis zu diesem Zeitpunkt über einen aktiven Wortschatz von circa 15 Wörtern (Normbereich mindestens 50 Wörter). Sie vermied den aktiven Sprachgebrauch, da es in ihrem häuslichen Umfeld nicht nötig war. Ihre Mutter las ihr jeden Wunsch von den Augen ab, und für weitere Kommunikation setzte Julia nur Gesten ein. Julia hat den Sinn von Sprache bis noch nicht verstanden. Durch die Arbeit mit dem Therapiehund wurde Julia schnell deutlich, dass die Hündin eine Aktivität (z.B. Apportieren) nur dann ausführt, wenn sie dem Hund ein sprachliches Kommando gab. So erlernte Julia in den ersten 5 Minuten, während der ersten Sitzung mit dem Therapiehund, zwei neue Wörter: „komm“ und „Zuzu“ (Kosename der Hündin). Rapide erweiterte sich Julias aktiver Wortschatz. Ohne den Therapiehund hätte es wesentlich länger gedauert den Wortschatz so zu erweitern. Julias Mutter war von dieser Therapiemethode sehr begeistert und freute sich über den rasch anwachsenden Wortschatz ihres Kindes. Julia kommt mittlerweile nicht mehr zu Therapie, da ihr aktiver Wortschatz derzeit im Normbereich liegt.

Bei den tiergestützten Aktivitäten finden auch noch ähnliche „therapeutische Effekte“ wie Blutdrucknormalisierung, erhöhte Endorphineproduktion, allgemeine Antriebssteigerung, Förderung der motorischen und geistigen Fähigkeiten, Auseinandersetzung über das Medium „Hund“ mit der Umwelt, Strukturierung des Wochenablaufes, Erlernen neuer Kommunikationsformen, Stressabbau, Ablenkung von Schmerzen, Erlernen von sozialem Verhalten, Erleben von unverfänglichen Körperkontakt statt. Die Therapiehündin wird bei folgenden Störungsbildern eingesetzt: Sprachentwicklungsverzögerungen, Artikulationsstörungen, Stottern/Poltern, Aphasie, Mund-, Ess- und Trinktherapie, auditiven Wahrnehmungsstörungen, Störungen der sensorischen Integration.
Bei alle diesen Störungen wird ähnlich, wie oben beschrieben, mit dem Therapiehund gearbeitet; Unterschiede in der Arbeit/Durchführung der Hündin ergeben sich durch das jeweilige Störungsbild und den Patienten.

Im Frühjahr 2019 musste ich mit großem Bedauern und vielen Tränen meine Therapiehündin Zuleika ins Hundeparadies entlassen. Zuleika war 11 Jahre in der Therapie eine zauberhafte Begleiterin und Unterstützerin. Ich vermisse sie sehr.

Seit 2017 wird die Therapie zusätzlich von der Hündin Olivia Wirbelwind begleitet. Olivia befindet sich noch in der Ausbildung zur Therapiehündin. Mit ihren, bis dato, erlernten Fertig- und Fähigkeiten unterstützt sie die Therapie auf eine ihre charmante Art und Weise.